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Wir machen gemeinsam Tierschutz

Der erste Grünlandschnitt steht unmittelbar bevor. Während dieser sensiblen Zeit arbeiten Landwirte und Jäger in der Regel Hand in Hand zusammen, um Mähverluste unter Jungtieren zu vermeiden. Denn effektive Wildrettung fängt bereits vor der Mahd an. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland- Nassau e.V., Kreisverband Bitburg-Prüm, und die Kreisgruppe Bitburg-Prüm im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e. V. präsentieren gemeinsam Methoden, Jungwild vor dem Mähtod zu bewahren.

In der Zeit des ersten Grünlandschnitts, rückt zeitgleich die Eiablage vieler Bodenbrüter immer näher und die ersten Rehkitze sind geboren. Auch junge Hasen hoppeln bereits jetzt über Wiesen und Felder. Eine gute Tarnung und das Verharren an Ort und Stelle bei drohender Gefahr ist üblicherweise die Lebensversicherung vieler Jungtiere. Doch was die Natur als Überlebensstrategie gegen Fressfeinde vorgesehen hat, kann für die Tierkinder während der Wiesenmahd zum Verhängnis werden. Denn viele Jungtiere fliehen nicht vor dem herannahenden Mähwerk, sondern vertrauen auf ihre Deckung – mit fatalen Folgen. Laut der Deutschen Wildtier Rettung fallen jährlich rund 500.000 Wildtiere der Mahd zum Opfer.

Um Tierleid zu vermeiden, hat sich der Einsatz von mit Wärmebildtechnik ausgestatteten Drohnen als effiziente Methode etabliert. Dabei suchen sogenannte Drohnenteams kurz vor der Mahd die Wiese ab. Der Drohnenpilot steuert die Drohne über die zu mähende Fläche. Entdeckt er eine Wärmesignatur, lässt er die Drohne über das mutmaßliche Jungtier schweben, bis die Helfer die Stelle erreichen und gegebenenfalls das Jungtier aus der Gefahrenzone heraustragen können.

Nur eine intensive Absprache und gemeinsame Aktionen von Landwirten und Jägern vor der Wiesenmahd können das Leben von unzähligen Jungwildtieren retten. „Eine enge Zusammenarbeit sorgt für eine tierschutzgerechte Wiesenmahd“, betont Stefan Fiedler, Kreisbauernverband Bitburg-Prüm. „Ob das Absuchen der Wiesen mit Drohnen, der Einsatz von Audio-Visuellen Vergrämungsmaßnahmen am Tag vor der Mahd oder die Nutzung von akustischen Wildrettern direkt am Mähwerk: Ein Mix möglichst vieler Maßnahmen kann den Tod vieler Jungtiere verhindern“, ergänzt Inge Kockelmann, Vorsitzende der LJV-Kreisgruppe Bitburg-Prüm. Zudem bietet die richtige Mähtechnik ein Plus an Sicherheit für die tierischen Youngsters.

Teilen Bauern den Jägern den bevorstehenden Mahdtermin mit, können die Jägerinnen und Jäger rechtzeitig vor der Mahd Wildtiere von den Wiesen verscheuchen. Dabei suchen sie mindestens 24 Stunden vorher die zu mähenden Flächen mit geeigneten Jagdhunden ab. Knistertüten, Flatterbänder, audiovisuelle Wildretter oder Kofferradios, die an den Wiesen aufgestellt werden, halten die Wildtiere davon ab, die Grünflächen als Rückzugsgebiete zu nutzen. Rehmütter empfinden die Wiesen dann als nicht mehr sicher genug und ziehen mit ihren Kitzen um.

Während der Mahd selbst können Landwirte mit der richtigen Mähtechnik und dem Einsatz von akustischen Wildrettern das Leben der „jungen Wilden“ retten. Unter anderem sollten Landwirte – wann immer möglich – von innen nach außen mähen, denn das würde den Wildtieren Fluchtmöglichkeiten eröffnen. Mit der konventionellen Mähmethode (von außen nach innen) wird den Wildtieren eine Flucht erschwert. Dazu kann das Mähwerk selbst mit einem akustischen Wildretter ausgestatte werden. Der Wildretter beschallt die jeweils nächste Schnittbreite mit einem rund 120 dB lauten Sirenenton in unterschiedlicher Tonlage. Der Schall soll die Wildtiere beunruhigen und zum Verlassen der Fläche bewegen. Doch erst wenn das Jungwild mit zunehmendem Alter einen Fluchtinstinkt entwickelt, können diese zwei Maßnahmen ihre volle Effektivität entfalten.

Handlungsempfehlung Wildtierrettung

Homepage Deutsche Wildtierrettung

Ansprechpartner Drohnen Eifelkreis Bitburg-Prüm